{"id":6747,"date":"2025-11-23T17:37:53","date_gmt":"2025-11-23T16:37:53","guid":{"rendered":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/?page_id=6747"},"modified":"2026-03-13T01:18:09","modified_gmt":"2026-03-13T00:18:09","slug":"zum-stueck-und-zur-inszenierung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/produktionen\/gewitter\/zum-stueck-und-zur-inszenierung\/","title":{"rendered":"Zum St\u00fcck und zur Inszenierung"},"content":{"rendered":"<h3>Ostrowskij: Gewitter<\/h3>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Gewitter-GP-36a.jpg\" width=\"300\"\/>Alexander N. Ostrowskij (1823\u20131886) z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Dramatikern Russlands. Er schrieb viele Kom\u00f6dien, gilt aber auch als Begr\u00fcnder des russischen realistischen Dramas. \u201eGewitter\u201c (russisch: \u201eGroza\u201c), 1860 uraufgef\u00fchrt, ist eines seiner bekanntesten Werke. Es entstand in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs in Russland, kurz vor der Aufhebung der Leibeigenschaft, und spiegelt die Spannungen zwischen althergebrachten Traditionen und dem Wunsch nach Freiheit wider. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Gewitter-GP-23.jpg\" width=\"300\"\/> Das St\u00fcck spielt in einer Kleinstadt an der Wolga und erz\u00e4hlt die Geschichte der jungen Katerina. Sie ist mit Tichon verheiratet, der unter der Fuchtel seiner dominanten Mutter steht. Katerina leidet unter der beengenden Atmosph\u00e4re des Hauses und unter ihrer lieblosen Ehe. Sie sehnt sich nach Freiheit und Gl\u00fcck, das sie in der heimlichen Liebe zu Boris zu finden glaubt. Als Tichon auf Reisen ist, spitzt sich die Situation zu. Ein herannahendes Gewitter, das von den abergl\u00e4ubischen Bewohnern als Gottesstrafe interpretiert wird, steht symbolisch f\u00fcr das angespannte Verh\u00e4ltnis zwischen den Charakteren. Schlie\u00dflich bricht der Konflikt in der \u00d6ffentlichkeit aus, und Katerina gesteht ihre Beziehung zu Boris. Die Konsequenzen sind verheerend: Boris wird von seinem Onkel weggeschickt, und Katerina sieht keinen anderen Ausweg, als sich in die Wolga zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Gewitter-GP-42a.jpg\" width=\"350\"\/>Die Inszenierung von \u201eGewitter\u201c durch <em>die dramateure z\u00fcrich<\/em> betont die zeitlose Dimension des St\u00fccks und legt den Fokus auf das universelle Thema der inneren Unfreiheit. Dabei wird die emotionale Tiefe der Figuren greifbar gemacht. Alle Charaktere, so die Interpretation, sind auf ihre Art Gefangene \u2013 der gesellschaftlichen Konventionen, der Erwartungen Anderer, der eigenen \u00c4ngste und Begierden. Die Inszenierung f\u00fchrt vor, wie jede Figur auf ihre je eigene Weise einen Weg findet, aus dieser Unfreiheit auszubrechen oder sich darin einzurichten. Tichon, der sich in den Alkohol fl\u00fcchtet, seine Schwester Warwara, die mit ihrem Freund durchbrennt, oder Boris, der sich dem Willen seines Onkels beugt, zeigen individuelle Reaktionen auf die erlebte Unfreiheit. Selbst Tichons dominante Mutter und Boris\u2019 tyrannischer Onkel suchen beieinander Verst\u00e4ndnis und Zuneigung. Diesem Ringen um die Freiheit wohnt zum Teil eine sanfte Komik inne, die dem tragischen Schicksal Katerinas gegen\u00fcbersteht. Die Regisseurin Anastasia Risch macht deutlich, dass die Ketten, die die Figuren fesseln, nicht zuletzt in ihnen selbst liegen \u2013 eine universelle Wahrheit \u00fcber den Menschen, die Ostrowskijs \u201eGewitter\u201c auch heute noch so relevant macht.<\/p>\n<h3>Ort und Zeit<\/h3>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Gewitter-GP-28a.jpg\" width=\"350\"\/><!--img src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/7\/7d\/Storm_by_A._Golovin_01.jpg\" class=\"alignright\" width=\"350\"\/-->Die Handlung spielt in der kleinen Stadt Kalinovo, am Ufer der Wolga, im Sommer. Zwischen dem 3. und 4. Akt liegen zehn Tage.<\/p>\n<h3>Wissenswertes<\/h3>\n<p>Originaltitel: \u0413\u0440\u043e\u0437\u0430 (Groza).<br \/>\n\u00dcbersetzung: Andrea Clemen.<br \/>\nUrauff\u00fchrung: 16. November 1859 im Maly-Theater, Moskau.<br \/>\nDeutschsprachige Erstauff\u00fchrung: ???.<br \/>\nRechte: Drei Masken Verlag, M\u00fcnchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostrowskij: Gewitter Alexander N. Ostrowskij (1823\u20131886) z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Dramatikern Russlands. Er schrieb viele Kom\u00f6dien, gilt aber auch als Begr\u00fcnder des russischen realistischen Dramas. \u201eGewitter\u201c (russisch: \u201eGroza\u201c), 1860 uraufgef\u00fchrt, ist eines seiner bekanntesten Werke. 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