{"id":4464,"date":"2023-11-19T19:00:55","date_gmt":"2023-11-19T18:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/?page_id=4464"},"modified":"2023-11-19T19:00:55","modified_gmt":"2023-11-19T18:00:55","slug":"moliere","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/produktionen\/der-menschenfeind\/moliere\/","title":{"rendered":"Moli\u00e8re"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/0\/0e\/Jean-Baptiste_Poquelin_dit_Moli%C3%A8re_a.jpg\" alt=\"\" class=\"alignright wp-image-2180 size-medium\" width=\"300\"\/><br \/>\nMoli\u00e8re (echter Name Jean-Baptiste Poquelin, 1622-1673) gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker aller Zeiten. Sein ganzes Leben war von einer allumfassenden Leidenschaft f\u00fcr das Theater und von einem st\u00e4ndigen Kampf f\u00fcr k\u00fcnstlerische Freiheit gepr\u00e4gt. <\/p>\n<p>Moli\u00e8re stammte aus der Familie eines wohlhabenden Pariser H\u00e4ndlers. Statt in die Fu\u00dfstapfen seines Vaters zu treten, wie es damals \u00fcblich war, gr\u00fcndete er zusammen mit Madeleine B\u00e9jart und einigen weiteren Amateurdarstellerinnen und -darstellern eine Theatergruppe. Zun\u00e4chst erfolglos, wurden sie als wandernde Kom\u00f6dianten in der Provinz bekannt und wagten nach mehreren Jahren eine R\u00fcckkehr nach Paris. Nachdem der Bruder von Louis XIV. auf Moli\u00e8res Theatergruppe aufmerksam geworden war, durfte diese am k\u00f6niglichen Hofe zwei St\u00fccke pr\u00e4sentieren. Eines davon, eine leichtf\u00fcssige Kom\u00f6die, gefiel dem jungen K\u00f6nig so sehr, dass er Moli\u00e8res Theatergruppe einen Auff\u00fchrungsort zuwies. Die Gunst des K\u00f6nigs blieb der Gruppe \u00fcber viele Jahre erhalten. Ab 1663 bekam diese eine j\u00e4hrliche Pension, und ab 1665 durfte sie den Titel\u00a0<em>Troupe du roi<\/em>\u00a0tragen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/7\/70\/Charles-Antoine_Coypel_-_Portrait_of_Moli%C3%A8re.jpg\" alt=\"\" class=\"alignleft wp-image-2180 size-medium\" width=\"300\"\/>Moli\u00e8re versuchte sich als Schauspieler und Autor im tragischen Genre, aber dieses lag ihm nicht. Der Durchbruch gelang ihm 1659 mit der Kom\u00f6die <em>Die l\u00e4cherlichen Prezi\u00f6sen<\/em>. Mit seiner Kritik an gesellschaftlichen Missst\u00e4nden, die gleichermassen Adlige, B\u00fcrgerliche und Geistliche betraf und zum Wesensmerkmal seiner Kom\u00f6dien wurde, machte sich Moli\u00e8re allerdings viele einflussreiche Personen zu Feinden. Zudem war der Erfolg seines Theaters alteingesessenen Schauspielern ein Dorn im Auge. Die Kom\u00f6die <em>Tartuffe<\/em>, 1664 uraufgef\u00fchrt, brachte eine Gruppe \u00e4lterer H\u00f6flinge zur Weissglut. Sie erwirkten beim K\u00f6nig ein Verbot des St\u00fccks. Auch Moli\u00e8res <em>Don Juan<\/em> wurde nach wenigen Auff\u00fchrungen verboten. Erst 1669, als die Macht des K\u00f6nigs so gefestigt war, dass er keine R\u00fccksicht mehr auf die frommen Gegner Moli\u00e8res nehmen musste, konnte dieser eine \u00fcberarbeitete Fassung des <em>Tartuffe<\/em> frei auff\u00fchren. Die Auff\u00fchrung war ein triumphaler Erfolg und gilt als eines der gro\u00dfen Ereignisse der franz\u00f6sischen Theatergeschichte.<\/p>\n<p>Eine Reihe pers\u00f6nlicher Schicksalsschl\u00e4ge, darunter der Tod seiner langj\u00e4hrigen Weggef\u00e4hrtin Madeleine B\u00e9jart, der mehrj\u00e4hrige Kampf f\u00fcr den <em>Tartuffe<\/em> und st\u00e4ndige Angriffe aus verschiedenen Lagern setzten Moli\u00e8re stark zu. W\u00e4hrend einer Auff\u00fchrung des <em>Eingebildeten Kranken<\/em>, bei der er die Hauptrolle spielte, brach er zusammen und starb kurz darauf. Seine Truppe schloss sich bald einer anderen an und verschmolz 1680 auf Anweisung von Louis\u00a0XIV. mit der Truppe des <em>H\u00f4tel de Bourgogne<\/em>, welche Trag\u00f6dien spielte. Dies war die Geburtsstunde der ber\u00fchmten\u00a0<em>Com\u00e9die-Fran\u00e7aise<\/em>.<\/p>\n<p>Moli\u00e8re ist eine der zentralen Figuren der franz\u00f6sischen Kultur. Der &#8222;Vater der franz\u00f6sischen Kom\u00f6die&#8220; erhob die Gattung der Kom\u00f6die zu einer ernstzunehmenden und gesellschaftlich bedeutsamen k\u00fcnstlerischen Form, auf gleicher Augenh\u00f6he mit der Trag\u00f6die. Auch die franz\u00f6sische Sprache wurde durch Moli\u00e8res Theaterst\u00fccke ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt. Schliesslich sind seine St\u00fccke nach wie vor witzig und unterhaltsam und begeistern das Publikum seit Jahrhunderten.<\/p>\n<p>Bilder: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/Category:Portraits_of_Moli%C3%A8re\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wikimedia<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moli\u00e8re (echter Name Jean-Baptiste Poquelin, 1622-1673) gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker aller Zeiten. Sein ganzes Leben war von einer allumfassenden Leidenschaft f\u00fcr das Theater und von einem st\u00e4ndigen Kampf f\u00fcr k\u00fcnstlerische Freiheit gepr\u00e4gt. Moli\u00e8re stammte aus der Familie eines wohlhabenden Pariser H\u00e4ndlers. 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