{"id":2075,"date":"2018-05-03T01:21:51","date_gmt":"2018-05-02T23:21:51","guid":{"rendered":"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/?page_id=2075"},"modified":"2018-05-03T01:21:51","modified_gmt":"2018-05-02T23:21:51","slug":"john-boynton-priestley","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/produktionen\/gefaehrliche-kurve\/john-boynton-priestley\/","title":{"rendered":"John Boynton Priestley"},"content":{"rendered":"<p>John B. Priestley war ein vielseitiger Mann. Heutzutage kennt man \u201eden letzten gro\u00dfen englischen Erz\u00e4hler\u201c und &#8222;Shakespeare des kleinen Mannes&#8220;, wie er manchmal genannt wird, vor allem durch seine Theaterst\u00fccke. Priestley war aber mitnichten nur Schriftsteller, sondern auch Publizist, Literaturkritiker, Rundfunksprecher und eine einflussreiche Pers\u00f6nlichkeit im \u00f6ffentlichen und politischen Leben des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:J_B_Priestley_at_work_in_his_study,_1940._(7893553148).jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/f\/f9\/J_B_Priestley_at_work_in_his_study%2C_1940._%287893553148%29.jpg\" alt=\"John B. Priestley, 1940\" class=\"alignright\" width=\"50%\"  \/><\/a> Geboren 1894 in Yorkshire, verlie\u00df John Priestley \u2013 den Beinamen Boynton gab er sich selbst in seiner Jugend \u2013 mit 16 Jahren die Schule und wechselte als kaufm\u00e4nnischer Angestellter in die Wollbranche, um Geld zu verdienen. Nebenbei schrieb er Artikel f\u00fcr die sozialistische Presse, Essays und Gedichte. Im Ersten Weltkrieg ging er als Freiwilliger an die Front. Nach dem Krieg erm\u00f6glichte ihm sein kleines Ex-Offiziersgehalt ein Studium in englischer Literatur, Geschichte und Politik am ber\u00fchmten Trinity College in Cambridge. In den 1920er Jahren war Priestley als freier Journalist und Literaturkritiker in London t\u00e4tig und ver\u00f6ffentlichte seine ersten B\u00fccher: literaturwissenschaftliche Studien und Romane. Den Durchbruch brachte ihm der Roman <em>The Good Companions<\/em> (Die guten Gef\u00e4hrten) von 1929: ein heiteres, in der Nachkriegszeit besonders willkommenes Buch \u00fcber wandernde Schauspieler, ihre Abenteuer und ihre Liebe zum Theater.<\/p>\n<p>Bald wandte sich Priestley selbst dem Theater zu \u2013 erst mit einer B\u00fchnenfassung der <em>Good Companions<\/em> und dann mit <em>Dangerous Corner<\/em> (<a href=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/\">Die gef\u00e4hrliche Kurve<\/a>, 1932). Dieses Theaterst\u00fcck sollte eines seiner bekanntesten werden. Die <em>gef\u00e4hrliche Kurve<\/em> legt eine Reihe von Merkmalen an den Tag, die auch Priestley sp\u00e4tere Dramen kennzeichnen: Es spielt in einem einzigen Zimmer innerhalb einer kurzen Zeitspanne, handelt von der englischen Mittelschicht, enth\u00e4lt eine gute Portion Sozialkritik und hat bei aller Realit\u00e4tsn\u00e4he ein spannendes, akribisch konstruiertes Sujet. Seine Struktur entspringt Priestleys Faszination mit verschiedenen Theorien der Zeit, v.a. mit den Ideen des englischen Philosophen J.W. Dunne, der in seinem Buch<em> An Experiment with Time<\/em> (1927) den Begriff der \u201eseriellen Zeit\u201c eingef\u00fchrt hatte. Priestleys Interesse an Zeitkonzepten liegt einigen seiner besten Dramen zugrunde, darunter <em>Time and the Conways<\/em>, <em>I Have Been Here Before<\/em> (beide 1937) und sein bekanntestes St\u00fcck, <em>An Inspector Calls<\/em> (1945). Der Autor nannte sie selbst \u201etime plays\u201c.<\/p>\n<p>In den 1930-40er Jahren war Priestley auf dem Gipfel seiner Popularit\u00e4t \u2013 nicht nur als Dramatiker, sondern auch als Rundfunksprecher. Seine w\u00f6chentliche BBC-Radiosendung w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs war so beliebt, dass Priestley als Sprecher an Popularit\u00e4t allein Churchill nachstand. Wegen der Kritik an der F\u00fchrung des Landes wurde die Sendung schlie\u00dflich abgesetzt. Priestleys politisches und soziales Engagement \u2013 er hatte u.a. die sozialistische Gruppe &#8222;Ausschuss vom Jahre 1941&#8220; mitbegr\u00fcndet \u2013 setzte sich trotz seiner Entt\u00e4uschung \u00fcber die Labour-Partei in den 1950er Jahren fort. So war er eine Zeit lang Vizepr\u00e4sident des Komitees f\u00fcr die nukleare Entwaffnung Gro\u00dfbritanniens. Als Leiter der britischen Sektion f\u00fcr Film, Radio und Presse der UNESCO f\u00f6rderte Priestley den geistigen Internationalismus, und 1949 wurde er zum Pr\u00e4sidenten des ersten internationalen Theaterinstituts in Paris gew\u00e4hlt.<br \/>\nPriestley blieb bis in die 1970er Jahre aktiv und ver\u00f6ffentlichte Romane, Dramen, literaturwissenschaftliche Studien, Essays und Presseartikel. Er lehnte es ab, in den Adelsstand erhoben zu werden, akzeptierte jedoch 1977 den Order of Merit, da diese Auszeichnung keine parteipolitische Bedeutung hatte.<\/p>\n<p>Priestley starb im Jahre 1984 und hinterlie\u00df insgesamt 28 Romane und 47 St\u00fccke f\u00fcr die B\u00fchne, Film und Radio. Er ist einer der meistgespielten britischen Dramatiker des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>John B. Priestley war ein vielseitiger Mann. Heutzutage kennt man \u201eden letzten gro\u00dfen englischen Erz\u00e4hler\u201c und &#8222;Shakespeare des kleinen Mannes&#8220;, wie er manchmal genannt wird, vor allem durch seine Theaterst\u00fccke. Priestley war aber mitnichten nur Schriftsteller, sondern auch Publizist, Literaturkritiker, Rundfunksprecher und eine einflussreiche Pers\u00f6nlichkeit im \u00f6ffentlichen und politischen Leben\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/produktionen\/gefaehrliche-kurve\/john-boynton-priestley\/\">weiter lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":2046,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2075","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P49IFo-xt","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2075","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2075"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2075\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2081,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2075\/revisions\/2081"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2046"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}