{"id":124,"date":"2013-12-14T20:07:29","date_gmt":"2013-12-14T19:07:29","guid":{"rendered":"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/?page_id=124"},"modified":"2015-12-19T12:37:18","modified_gmt":"2015-12-19T11:37:18","slug":"oscar-wilde","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/produktionen\/ein-idealer-gatte\/oscar-wilde\/","title":{"rendered":"Oscar Wilde"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\">Oscar Wilde wurde 1854 in Dublin im damals britischen Irland geboren. Nach dem Studium in Oxford machte er sich einen Namen als Lyriker und Essayist. Weltweite Ber\u00fchmtheit erlangte er 1891 mit dem Roman <a title=\"Das Bildnis des Dorian Gray\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Bildnis_des_Dorian_Gray\" target=\"_blank\">Das Bildnis des Dorian Gray<\/a>. Sein dem \u00c4sthetizismus verpflichteter Stil beruht auf der Maxime <i>L&#8217;art pour l&#8217;art<\/i> und entwickelte sich in fruchtbarer Auseinandersetzung mit dem Schaffen der franz\u00f6sischen Symbolisten. Wilde war verheiratet und hatte zwei Kinder.<\/p>\n<div id=\"attachment_133\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/MW_20130602_2564_small.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-133\" class=\" wp-image-133 \" alt=\"Statue von Oscar Wilde in Dublin\" src=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/MW_20130602_2564_small.jpg\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/MW_20130602_2564_small.jpg 1000w, https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/MW_20130602_2564_small-300x200.jpg 300w, https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/MW_20130602_2564_small-224x150.jpg 224w, https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/MW_20130602_2564_small-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-133\" class=\"wp-caption-text\">Statue von Oscar Wilde in Dublin<\/p><\/div>\n<p align=\"LEFT\">Oscar Wildes Werke leben von ihrem spr\u00fchenden Wortwitz und einer Leichtigkeit der Sprache, die ihresgleichen sucht. Im London des Fin-de-si\u00e8cle war Wilde der Hektor aller Diners, Empf\u00e4nge und Abendgesellschaften. Nie um eine Pointe oder bissige Bemerkung verlegen, entledigte er den Begriff \u201ePlaudern\u201c seiner vulg\u00e4ren Konnotation und kultivierte es zur Kunstform. Zusammen mit seinem selbstbewussten Auftreten, seiner Eleganz und seiner ironischen Distanziertheit &#8212; auch zu sich selbst &#8212; pr\u00e4gte er nachhaltig das Bild des Dandys, der \u00fcber den Problemen der \u201enormalen\u201c Leute zu schweben scheint. Dabei war Oscar Wilde alles andere als oberfl\u00e4chlich. Er stand \u00fcber den Dingen, weil er sie durchschaute. Seine Ironie, bis hin zum Sarkasmus, war eine sch\u00fctzende Maske, hinter der sich eine einf\u00fchlsame und ernsthafte Person verbarg, die fr\u00fch Bekanntschaft mit den h\u00e4sslichen Seiten der viktorianischen Gesellschaft gemacht hatte. Das Bild dieser Gesellschaft und das Scheitern des Individuums an ihren rigiden Erwartungen ist es, das uns immer wieder in Wildes Werken begegnet.<\/p>\n<div id=\"attachment_136\" style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Oscar_Wilde.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-136\" class=\"size-full wp-image-136\" alt=\"Oscar Wilde (um 1889)\" src=\"http:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Oscar_Wilde.jpg\" width=\"266\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Oscar_Wilde.jpg 266w, https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Oscar_Wilde-201x300.jpg 201w, https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Oscar_Wilde-100x150.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-136\" class=\"wp-caption-text\">Oscar Wilde (um 1889)<\/p><\/div>\n<p align=\"LEFT\">F\u00fcnf Theaterst\u00fccke begr\u00fcndeten Wildes Weltruhm als Theaterautor: <a title=\"Lady Windermeres F\u00e4cher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lady_Windermeres_F%C3%A4cher\" target=\"_blank\">Lady Windermeres F\u00e4cher<\/a>, <a title=\"Salome\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salome_%28Drama%29\" target=\"_blank\">Salome<\/a>, <a title=\"Eine Frau ohne Bedeutung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eine_Frau_ohne_Bedeutung\" target=\"_blank\">Eine Frau ohne Bedeutung<\/a>, <a title=\"Ein idealer Gatte\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ein_idealer_Gatte\" target=\"_blank\">Ein idealer Gatte<\/a> und <a title=\"Bunbury\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Importance_of_Being_Earnest\" target=\"_blank\">Bunbury oder Ernst sein ist alles<\/a>. Alle entstanden zwischen 1892 und 1895 und geh\u00f6ren, ausser <i>Salome<\/i>, zur Gattung der Gesellschaftskom\u00f6die. Auf den H\u00f6hepunkt seines Ruhms folgte abrupt der Fall, als er im Fr\u00fchjahr 1895 \u2013 kurz nach den Premieren von <i>Ein idealer Gatte <\/i>und <i>Bunbury<\/i> \u2013 auf eine gezielte Provokation des Marquess von Queensberry mit einer Verleumdungsklage antwortete, die sich in k\u00fcrzester Zeit gegen ihn selbst wandte und schliesslich zu seiner Verurteilung f\u00fchrte. Der Anklagepunkt: Homosexualit\u00e4t. Der heilige Zorn der Londoner Gesellschaft, die ihm eben noch emphathisch applaudiert hatte, richtete sich nun mit voller Wucht gegen den Starautor, der aus seiner Vorliebe f\u00fcr M\u00e4nner keinen Hehl machte, und das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Gef\u00e4ngnis. Wildes Karriere war beendet. Nach der Entlassung aus der Haft ging er ins Exil nach Italien und Frankreich und starb am 30. November 1900 mit sechundvierzig Jahren in Paris. In seinen unzerst\u00f6rbaren Humor mischt sich d\u00fcstere Vorahnung, wenn er seinem Verleger 1897 schreibt: \u201eDie Popularit\u00e4t des Gedichts wird ins Unermessliche wachsen, sobald der Autor den bitteren Hungertod gestorben sein wird. Das Publikum liebt es, wenn die Dichter ein solches Ende finden. Es erscheint ihm dramatisch richtig. Und ist es vielleicht auch.\u201c<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Die auff\u00e4llige Realit\u00e4tsn\u00e4he, die Wildes dramatisches Werk pr\u00e4gt, ist Teil einer \u00c4sthetik, die ihre epochen\u00fcbergreifende Bedeutung aus der Verm\u00e4hlung eines absoluten Sch\u00f6nheitsideals mit der kritischen Rekonstruktion gesellschaftlicher Normen bezieht. Heute geh\u00f6rt Oscar Wilde zum Kanon der Weltliteratur und sein Leben hat unz\u00e4hlige Menschen inspiriert, die es bevorzugten mit gesellschaftlichen Konventionen zu spielen, statt sie nur zu erdulden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oscar Wilde wurde 1854 in Dublin im damals britischen Irland geboren. Nach dem Studium in Oxford machte er sich einen Namen als Lyriker und Essayist. Weltweite Ber\u00fchmtheit erlangte er 1891 mit dem Roman Das Bildnis des Dorian Gray. Sein dem \u00c4sthetizismus verpflichteter Stil beruht auf der Maxime L&#8217;art pour l&#8217;art\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/produktionen\/ein-idealer-gatte\/oscar-wilde\/\">weiter lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":34,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-124","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P49IFo-20","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/124","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=124"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/124\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1120,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/124\/revisions\/1120"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/34"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dramateure.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=124"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}