Jean-Paul Sartre

Jean-Paul Sartre um 1950*

Jean-Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und Publizist. Er war ein konsequenter Denker der Freiheit, überzeugter Atheist und einer der Begründer und Hauptvertreter des Existenzialismus.
Am 21.06.1905 wurde Jean-Paul Sartre in Paris/Frankreich geboren. Sein Vater verstarb als er 15 Monate alt war, woraufhin seine Mutter mit ihm zu den Grosseltern zog. Sein Grossvater erteilte ihm Privatunterricht. Erst ab dem Alter von 10 Jahren, besuchte Sartre ein öffentliches Gymnasium. Nach seinem Schulabschluss studierte er erfolgreich Philosophie.
1929 lernte er bei den Vorbereitungen auf den Rekrutierungsprozess für ein Amt als Gymnasiallehrer Simone de Beauvoir kennen, zu der er sein Lebtag eine offene Liebesbeziehung pflegen sollte. Bevor Sartre 1931 eine Stelle als Gymnasiallehrer antrat, musste er jedoch seinen Militärdienst absolvieren.
In den kommenden Jahren taten sich Sartre und de Beauvoir als Schriftsteller und Philosophen hervor. Ende der 1930er Jahre begannen sie sich zunehmend auch politisch gegen die wachsende Übermacht der Naziregierung zu engagieren. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Sartre eingezogen. Er geriet in Kriegsgefangenschaft, wurde jedoch bereits im März 1941 wieder entlassen und kehrte nach Paris zurück. Nachdem seine Bemühungen eine Widerstandsbewegung zu gründen gescheitert waren, konzentrierte er sich voll auf das Schreiben.

Das Theaterstück „Huis clos“ (Geschlossene Gesellschaft), welches Sartre zunächst „Les Autres“ (Die Anderen) nannte, entstand Ende 1943 innerhalb von 14 Tagen.

Sartre schrieb über sein Werk:
„Aber dieses: <Die Hölle, das sind die andern.> ist immer falsch verstanden worden. […] Ich will sagen, wenn die Beziehungen zu andern verquer, vertrackt sind, dann kann der andre nur die Hölle sein. Warum? Weil die andren im Grunde das Wichtigste in uns selbst sind für unsere eigene Kenntnis von uns selbst. Wenn wir über uns nachdenken, wenn wir versuchen, uns zu erkennen, benutzen wir im Grunde Kenntnisse, die die andern über uns schon haben.“

Bis zu seinem Tod verfasste Sartre viele weitere Dramen, Romane und philosophische Schriften. Seine Werke „L’Être et le néant“ (Das Sein und das Nichts) von 1943 und „L’existentialisme est un humanisme“ (Der Existentialismus ist ein Humanismus) von 1946 galten als Hauptwerke der Philosophie des Existenzialismus. Ausserdem sorgte Sartre immer wieder durch ungewöhnliche Taten für Aufsehen in der Öffentlichkeit. So lehnte er z.B. 1964 den Nobelpreis für Literatur ab. Am 15. April 1980 verstarb Sartre im Alter von 74 Jahren in Paris.

 

*Bildquelle: Archivo del diario Clarín, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jean-Paul_Sartre_FP.JPG

 

 

 

Kommentare sind geschlossen